Weiche Wasseroberflächen und Wolken

Benötigtes Equipment

Kamera
Stativ
Fernauslöser

ND-Filter – verschiedene Grau- und Grauverlaufsfilter

Einleitung

Möchte man die Bewegung von fließendem Wasser oder Wolken in einem Bild darstellen, wird hierfür häufig eine Langzeitbelichtung genutzt. Je nach Intensität des vorhandenen Lichts kann dabei ein Graufilter eingesetzt werden. Die einfallende Lichtmenge verringert sich abhängig von der Stärke des Filters, sodass in der Folge längere Verschlusszeiten möglich sind.


Auf diese Weise können z. B. vorbeiziehende Wolken über einem architektonisch reizvollen Bauwerk, einer natürlichen Landschaft oder einer Stadtlandschaft eindrucksvoll abgebildet werden.


Für dieses Tutorial haben wir uns für ein Beispielfoto entschieden, das direkt nach Sonnenaufgang aufgenommen wurde.

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DAS SET-UP

Zunächst einmal geht es an die Bildkomposition, bei der das Hauptmotiv im ersten Drittel angeordnet ist und die Bewegung der Wolken unseren Blick über das Bild lenkt.


Falls nötig, kann ein Grauverlaufsfilter genutzt werden, um die Helligkeit im aufgenommenen Bildausschnitt auszugleichen. Der obere Bereich wird hierbei um zwei oder drei Blendenstufen abgedunkelt (je nachdem, wie stark der Filtereffekt ist). Ohne den Filter gäbe es Schwierigkeiten, das gesamte Bild korrekt zu belichten.


Nachdem wir mit der Komposition und der Belichtung zufrieden sind (es sollte auf über- oder unterbelichtete Bereiche geachtet werden), wird eine Testaufnahme bei der gewünschten Blendeneinstellung angefertigt. Nun haben wir also eine erste Belichtung.


Als nächstes überlegen wir uns ausgehend von dieser Belichtung (in diesem Fall sind es 2 Sekunden) die gewünschte Belichtungszeit der endgültigen Aufnahme. Da die Wolken sich recht langsam fortbewegt haben, wollte ich den Verschluss 2 Minuten (120 Sekunden) offen halten. Also habe ich die gewünschte Belichtungszeit durch die erste Belichtungszeit geteilt, um die notwendige Stärke des Graufilters zu errechnen. In diesem Fall ist das 120/2 = 60, also etwa 6 Blendenzahlen. Graufilter gibt es in verschiedenen Stärken. Sie werden anhand der Stärke (0.6, 0.9, 1.2), der Blendenstufe (2, 3, 4) oder dem ND-Wert (4, 8, 16) unterschieden. Der passende Filter wäre in diesem Fall also ein 6-Stop-Filter, der mit „ND64“, „6 Stops“ oder „1,8“ ausgezeichnet ist.


Der Graufilter sollte vor dem Grauverlaufsfilter an der Kamera angebracht werden und sich somit näher am Objektiv befinden.

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DIE AUFNAHME

Im Idealfall nutzt man entweder einen Fernauslöser (per Kabel oder Funk) oder den in die Kamera integrierten Vibration Delay, um Erschütterungen zum Zeitpunkt der Aufnahme zu vermeiden.


Ein elektronischer Verschluss verhindert außerdem Erschütterungen durch die Spiegelbewegung der DSLR.


Nachdem die erste Aufnahme erstellt wurde, lohnt es sich, mit unterschiedlichen Belichtungszeiten zu experimentieren. Wenn das Wasser etwa zu „milchig” wirkt, stellen Sie eine kürzere Belichtungszeit ein. Wenn die Wolken nicht in Bewegung sind, vergrößern Sie den Zeitraum der Belichtung. In beiden Fällen muss der Graufilter an die neuen Einstellungen angepasst werden.

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NACHBEARBEITUNG

Kein Filter wirkt sich zu 100% perfekt auf sämtliche Lichter und Tiefen in einer Aufnahme aus. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, den Dynamikbereich in Capture One Pro voll auszureizen. Indem die Lichter und Schatten einer Aufnahme bestmöglich herausgearbeitet werden, können selbst kleinste Details einer Szene abgebildet werden.


Außerdem ist es empfehlenswert, die Klarheit der Aufnahme leicht zu erhöhen (bis zu 20 Zahlenwerte auf dem Schieberegler), um die Qualität des Bildes weiter zu steigern. Das Tonwert-Werkzeug sorgt darüber hinaus für ausdrucksstarke Tiefen und optimale Lichter.

Die richtigen Filter für eine optimale Belichtung

Lichtstreifen