Erste Schritte


Grundlegende Kameraeinstellungen

Wieso manuell fotografieren?

Das Fotografieren im manuellen Modus bietet die größtmögliche Kontrolle über alle Aufnahmeeinstellungen. Bei der Langzeitbelichtung ist dies besonders wichtig, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. In diesem Video geht Paul näher auf die Bedeutung des manuellen Kameramodus ein.


Wenn Sie noch nie zuvor im manuellen Modus fotografiert haben oder mehr darüber erfahren möchten, erhalten Sie in diesem Video einen näheren Einblick in die einzelnen Kameraeinstellungen und erfahren, worauf hierbei jeweils zu achten ist.

Die Verschlusszeit


Wie lange fällt Licht auf den Sensor?

Was ist die Verschlusszeit eigentlich?

Die Verschluss- oder Belichtungszeit bestimmt den Zeitraum, in dem Licht auf den Bildsensor fällt. Eine kurze Verschlusszeit friert Bewegungen ein. Bei weniger Umgebungslicht werden hingegen längere Verschlusszeiten benötigt. Auf diese Weise werden Objekte, die in Bewegung sind, verschwommen oder besonders weich dargestellt. Je nach Verschlusszeit kann man eine Aufnahme aufhellen oder abdunkeln. An hellen, sonnigen Tagen sorgen kurze Verschlusszeiten für optimal belichtete Aufnahmen, wohingegen längere Belichtungszeiten hier zu einer Überbelichtung führen würden.


Verschlusszeiten werden im Bruchteil einer Sekunde angegeben; 1/125 ist somit gleichbedeutend mit 0,008 Sekunden.

Blende


Welche Menge an Licht fällt durch die Blendenöffnung?

Was ist die Blende?

Die Blende legt fest, wie viel Licht durch das Objektiv einfällt. Die Tiefenschärfe einer Aufnahme hängt maßgeblich von der Blende ab. Eine kleinere Öffnung – große Blendenzahl – lässt weniger Licht durch und erzeugt größere Tiefenschärfe. Bei einer großen Blendenöffnung – kleine Blendenzahl – wird mehr Licht durchgelassen. Der scharf fokussierte Bildbereich ist hier kleiner und die Tiefenschärfe fällt gering aus. Bei der Landschaftsfotografie möchte man meist eine hohe Tiefenschärfe erzielen und arbeitet dementsprechend mit großen Blendenzahlen.


Blenden werden mit „f/X.X“ angegeben, zum Beispiel mit „f/2.8“ oder „f/2.8-5.6“, wenn es sich um einen Blendenbereich handelt. Um die hintere Blende (5.6) einzustellen, muss bei diesem Blendenbereich um zwei Stufen abgeblendet werden. Stellt man die nächsthöhere Blendenzahl ein, halbiert sich die durchgelassene Lichtmenge. Dementsprechend fällt doppelt so viel Licht ein, wenn die Blendenzahl eine Stufe niedriger eingestellt wird.

ISO


Wie lichtempfindlich ist die Kamera?

Was bedeutet ISO?

Mit dem ISO-Wert wird angegeben, wie lichtempfindlich der Bildsensor ist. Niedrige Werte weisen auf eine geringe Lichtempfindlichkeit hin, hohe Werte auf eine hohe Empfindlichkeit. Das bedeutet auch, dass man eine Aufnahme durch eine höhere ISO aufhellen kann. Dies ist etwa nützlich, wenn man eine gut belichtete Aufnahme mit langer Verschlusszeit und niedriger ISO erzeugen könnte, aber eine Bewegung einfrieren möchte. In diesem Fall kann die ISO erhöht werden, um eine kürzere Verschlusszeit zu erzielen. Ein hoher ISO-Wert führt meist zu einer Zunahme des Bildrauschens. Deshalb ist es insbesondere bei der Langzeitfotografie in der Regel ratsam, die ISO so niedrig wie möglich zu halten, um das Rauschen auf ein Minimum zu reduzieren.

Das Zusammenspiel der Einstellungen


Belichtung verstehen

Wie erziele ich eine perfekt belichtete Aufnahme?

Die Faktoren Verschlusszeit, Blende und ISO müssen für ein optimal belichtetes Bild in ihrem Zusammenspiel berücksichtigt werden. Man kann sie sich gut als Dreieck vorstellen, dass in Balance gehalten werden muss. Wenn eine Einstellung verändert wird, müssen auch die anderen entsprechend angepasst werden. Es wurde ja bereits darauf hingewiesen, dass der ISO-Wert bei der Landschaftsfotografie im Regelfall möglichst niedrig gehalten werden soll. Um die Lichtmenge zu erhöhen, die auf den Sensor trifft, bleiben einem also zwei Möglichkeiten. Bei Langzeitbelichtungen arbeitet man meist mit einer Kombination aus Blende und Verschlusszeit sowie Filtern (mit denen die Belichtungszeit verlängert werden kann), um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Die Grundausstattung