Astrofotografie

Benötigtes Equipment

Kamera (mit guten Bildergebnissen bei hoher ISO)
Weitwinkelobjektiv und große Blende (z. B. 15-18mm, f/2.8 oder größer)
Stativ
Fernauslöser

Einleitung

Die Astrofotografie ist ein eigenständiges fotografisches Genre, das über eigene Werkzeuge und Methoden verfügt. Dazu zählen unter anderem Tracker, die zur Nachführung eingesetzt werden und die Bewegung der Sterne kompensieren oder hochempfindliche Kameras, die mehr erfassen, als man mit dem bloßen Auge sehen kann.


Häufig liegt dem Wow-Effekt bei solchen Aufnahmen eine spannende Kombination von Vordergrund und Nachthimmel zugrunde. Wendet man hier die gleichen Prinzipien wie bei anderen Arten der Langzeitfotografie an, gehen die Vorbereitungen für eine gelungene Aufnahme schnell von der Hand.

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DAS SET-UP

Um herauszufinden, welche Kameraeinstellungen nötig sind, werfen wir zunächst noch einmal einen Blick auf das oben bereits angesprochene Belichtungsdreieck:


Aufgrund der Dunkelheit sollte die Blende so weit wie möglich geöffnet werden (idealerweise f/2.8 oder mehr). Die Verschlussgeschwindigkeit darf nicht allzu lang sein, da sich der Sternenhimmel durch die Erdrotation stetig verändert. Ließe man den Verschluss zu lange geöffnet, wären Lichtstreifen anstatt punktförmiger Sterne in der Aufnahme zu sehen. Um die Sterne scharf abzubilden, sollte die Verschlusszeit daher so kurz wie möglich und höchstens 20 Sekunden betragen.


Die letzte Variable ist der ISO-Wert. Da die ersten zwei Faktoren ja bereits feststehen, ist die Wahl der ISO nun auch nicht mehr kompliziert. Wir müssen lediglich darauf achten, zu starkes Bildrauschen oder eine zu dunkle Aufnahme zu vermeiden. Auf dem fertigen Bild sollen genug Sterne und möglichst wenig Rauschen zu sehen sein. Im Idealfall sollte je nach Kamerasensor eine ISO zwischen 1250 und 1600 gewählt werden.


Und jetzt kommt es auf den richtigen Bildausschnitt an. Das galaktische Zentrum sorgt meist für reizvolle Aufnahmen, allerdings sollte man auch darauf achten, einen interessanten Vordergrund zu wählen. Halten Sie also Ausschau nach einem geeigneten Motiv, das den optischen Rahmen für die Sterne bildet.


Wenn Sie schon einmal den Mond fotografiert haben, ist Ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass die Sterne in der Aufnahme verblassen. Hier ist es empfehlenswert, einen Neu- oder Halbmond zu fotografieren, da man so mehr Einfluss auf das zu erstellende Bild und die Lichtverhältnisse hat.

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DIE AUFNAHME

Genau wie beim Fotografieren bei Sonnenuntergang erfordert auch die Astrofotografie ein hohes Maß an Geduld. Nur selten sind die Bedingungen wirklich optimal, weshalb es darauf ankommt, die verschiedenen Aspekte miteinander in Einklang zu bringen. Eine Portion Optimismus schadet außerdem auch nicht. Manchmal braucht es einfach ein paar Versuche über mehrere Nächte hinweg, bis man das gewünschte Ergebnis in der Kamera hat.


Zu den Vorteilen und Besonderheiten beim Fotografieren bei Nacht gehört sicher auch die Lichtmalerei. Selbst mit der Taschenlampe eines Mobiltelefons kann man bestimmte Bildelemente „ausleuchten“. Nachdem man mit einer Langzeitaufnahme begonnen hat, wird dafür das Licht einfach für einige Sekunden um das Element bewegt, das man beleuchten möchte. Ist das Element eher hell, muss die Lichtmalerei entsprechend länger andauern oder ebenfalls heller sein. Ist der Effekt zu stark, sodass die Sterne im Hintergrund verblassen, sollte die Intensität beim nächsten Versuch ein wenig verringert werden.


Bei der Astrofotografie sollte man eines allerdings immer bedenken: Die Helligkeit der Sterne kann man nicht verändern. Dementsprechend sollte man die Belichtung ganz genau auf den Nachthimmel abstimmen!

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NACHBEARBEITUNG

Der automatische Weißabgleich der Kamera sorgt bei der Astrofotografie meist für eine etwas zu warme Farbtemperatur.


Bei RAW-Aufnahmen lässt sich die Farbtemperatur einfach ein wenig herunterschrauben (auf etwa 3200K oder niedriger), um eine realistische Darstellung des Nachthimmels zu erzielen.


Mithilfe der Rauschreduzierung der Bearbeitungssoftware können verbleibende, unerwünschte Artefakte entfernt werden. Achten Sie jedoch darauf, dass die Software kleine Sterne nicht mit Bildrauschen verwechselt und diese ebenfalls entfernt.

Einführung in die Astrofotografie

Sehen Sie sich das Video an, um einige der Unterschiede zwischen Astrofotografie und klassischer Langzeitbelichtung kennenzulernen sowie von den grundlegenden Kameraeinstellungen für den Einstieg zu erfahren.

Astrofotografie als Genre

Die Astrofotografie bildet eine eigenständige fotografische Disziplin. Sollten Sie sich für Astrofotografie interessieren, ist es ratsam, sich mit spezifischen Ratgebern auseinanderzusetzen, die auf die Eigenheiten und Anforderungen dieses Genres eingehen. Zwar werden bei der Astrofotografie auch Langzeitbelichtungen erstellt, das Equipment und das erforderliche Know-how unterscheiden sich jedoch von dem der klassischen Langzeitfotografie. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass Sie mit Ihrer bestehenden Kameraausrüstung keine eindrucksvollen Aufnahmen des Nachthimmels erzielen können. Vielleicht ist unsere kurze Einführung in die Astrofotografie ja der Anfang einer intensiveren Auseinandersetzung mit diesem spannenden Genre.

Frame Averaging